Vorkomnisse in Waschanlagen

Portalwaschanlagen

Fahrzeug steht ortsfest, das Portal, bestehend aus zwei vertikalen Ständern, verbunden durch das obenliegende Querhaupt, mit allen zum Einsprühen, Waschen und Trocknen notwendigen Einrichtungen, bewegt sich relativ zum Fahrzeug.

Waschstraßen

Das Fahrzeug wird durch eine Schleppeinrichtung an den ortsfesten Elementen der Waschstraße vorbeibewegt, Leitelemente sorgen dafür, dass das Fahrzeug sicher geradeaus geführt wird. Schlepp- und Leitelemente können, zumindest teilweise, identisch sein.

Reinigung des Fahrzeugs

Zur Schmutzentfernung von Lackoberflächen stehen, wie bei allen Reinigungsoperationen, folgende Einflußparameter zur Verfügung:

Chemie  - Einwirkdauer - Temperatur - Waschmechanik

Die Anteile der Hauptparameter können variieren. Weiter sind die Hauptgruppen „Chemie“ und „Waschmechanik“ von mehreren Einflußgrößen abhängig.

Im Schadensfall ist es nicht nur Aufgabe des Sachverständigen zu klären, welches Zusammenspiel zwischen den vier Hauptparametern bestand und ob dies sach- und zeitgerecht war, er muß vielmehr auch die Untereinflußgrößen beim Chemieeinsatz und bei der Waschmechanik entsprechend prüfen.

Waschmechanik

 Außer den aufgeprägten Andruckkräften bestimmt der Drehsinn der Bürsten und Rotoren die Waschmechanik und damit auch die örtlichen Belastungen der Karosserie samt Anbauteilen.

Kratzer

Kratzer entstehen im Laufe der Nutzung eines Automobils nahezu zwangsläufig und zumeist außerhalb von Waschanlagen, häufig aber ist der Fahrzeughalter der Ansicht, dass alle oder bestimmte Kratzer typisch für Waschanlagen seien, nur dort entstehen könnten.Unseren Sachverständigen stehen u. a. eine Reihe von Meßmitteln zur Verfügung, die erkennen lassen, welchen Ursprungs ein Kratzer sein kann, welchen nicht. Entsprechende Kalibrierungsversuche wurden zurückliegend durchgeführt, finden aber bei Bedarf im Rahmen der Fortbildungen der AKSV wash-Mitglieder weiter durch entsprechend angelegte Versuche statt.

Trocknung

Neben Kollisionen mit den Trockeneinrichtungen, die erkannt werden können, wird gelegentlich auch ein schlechtes Trocknungsergebnis reklamiert.Unsere Sachverständige kennen sich mit unzureichender Trocknung, mit Schlieren und Rückständen auf der Lackoberfläche aus und sind in der Lage, die zugrundeliegenden Ursachen zu erkennen.

Begriffsdefinitionen

Ohne Definitionen herrscht leicht babylonische Sprachverwirrung, besonders wenn Fachleute, die stets wissen oder ahnen können, was technisch gemeint ist, mit Laien zusammentreffen und beide Seiten darauf angewiesen sind, sich zu verstehen. Nachfolgend werden die wichtigsten Begriffe der Waschtechnik erklärt.

 

 

Andruck, Andruckkraft

Berühren Elemente einer Waschanlage, die dafür bestimmt sind, die Fahrzeugkarosserie, so üben sie auf die Lackoberfläche eine Summenkraft, die Andruckkraft, aus. Die Größe der Andruckkraft bestimmt zwar nicht allein die -->Waschmechanik, doch kann jene als einzige der Einflußgrößen rasch verändert werden. Die Größe der Andruckkraft und damit der -->Waschmechanik ist stets ein Kompromiß aus Reinigungswirkung und Lackschonung.

 

Die Andruckkraft kann auf vielfältige Weise erzeugt werden, nur teilweise sind Regeleinrichtungen für die Größe der Andruckkraft erforderlich.

 

Da die Fahrzeugkarosserien nicht eben sind, die Bürsten und Rotoren nicht starr gelagert werden, ist der örtliche Andruck (spezifische Andruckkraft, Kraft pro Flächeneinheit) in der Berührzone nicht konstant.

 

Die Bewertung der Andruckkraft und ggf. ihres zeitlichen Verlaufs unter Berücksichtigung der örtlichen Ausbildung der Fahrzeugkarosserie ist im Schadensfall eine Aufgabe des Sachverständigen. Die AK-Mitglieder haben Zugriff auf versuchsmäßig ermittelte Andruckkräfte und deren Verkläufe, können die am konkreten Objekt messen.

 

Borsten

Zwischen dem Bürstenrohr, zumeist überkleidet mit austauschbaren Kunststoffschalen, in die Borstenbüschel eingesetzt sind, und Karosserie liegt ein Polster aus Borstenfilamenten. Es kann bei steigendem Andruck verdichtet werden. Das Borstenpolster hat u. a. die Aufgabe, den Bürstenandruck auf eine größere Berührfläche zu verteilen und damit den örtlichen oder spezifischen -->Andruck (Andruckkraft pro berührter Fläche) nicht zu groß werden zu lassen.

 

Bürsten

Früher als alleinige berührende Reinigungselemente üblich, waren diese mit Borstenbüscheln besetzt. Allerdings sind die Borsten nicht sprichwörtlich „borstig“, sondern weich und anschmiegsam, bestehen aus PE-Einzelfilamenten geringen Durchmessers.

 

Die heute gebräuchlichen Rotoren weisen mit ihren Besatzmaterialien gegenüber den Bürsten Unterschiede bei der Wasseraufnahme, der Schmutzpartikeleinbettung, in der Waschmechanik und in der Art des Lackabtrags auf.

 

Zur Unterscheidung von Rotoren und damit zur Kenntlichmachung der Besatzart sollte die Bezeichnung „Bürste“ nur für filamentbesetzte Elemente verwendet werden.

 

 

Chemie in der Waschanlage

Die Chemie in Waschanlagen hat vier Aufgaben

 

- Erleichterung der Schmutzentfernung

- Erleichterung der Fahrzeugtrocknung

- Versiegelung/Schutz der Lackoberflächen

- Unterstützung der Wasseraufbereitung.

 

Da es vielfältige Aufgaben in einer Waschanlage zu lösen gibt, kommt es häufig auf das Zusammenspiel der verwendeten unterschiedlichen Chemikalien an. Unsere Sachverständige sind darauf vorbereitet, Schäden, die durch die Wasch- und Trocknungschemie entstehen, als solche zu erkennen und hinsichtlich einer möglichen Schadensverursachung zu analysieren.

 

 

Eintauchtiefe

Die Eintauchtiefe ist die Differenz aus dem Freiflugradius der Borsten oder Lappen (Abstand der Lappenspitze von der Außenkontur des Bürsten- oder Rotorrohres) und dem Abstand zwischen der berührten Karosseriestelle und dem Bürsten- oder Rotorrohr. 

Eintauchtiefe

 

Entgleisen

Wenn ein bewegtes Fahrzeug Leitelemente überfährt, entgleist es. Bei Portalwaschanlagen ist also das Überfahren der bodenfesten Leitprofile ein Entgleisen. In Waschstraßen überklettert das entgleisende Rad entweder die Schleppkette, wenn diese gleichzeitig als „Seitenwand“ dient oder ein bodenfestes Leitprofil.

 

Fahrwerkseinflüsse

Nicht in Portalwaschanlagen, aber in Waschstraßen haben die Fahrwerke der Fahrzeuge, deren Konstruktion, Einstellungen und Mängel entscheidenden Einfluß auf die sichere Spurführung während des Durchschleppvorgangs.

 

Da viele unserer Sachverständige aus dem Kfz-Bereich kommen, sind die Kenntnisse, die diesbezüglich bei Schadensfällen in Waschanlagen erforderlich sind, für sie kein Neuland.

 

Hochdruckreinigung

Eine Reinigung mit Hochdruck-Wasserstrahlen kann vor der eigentlichen Waschanlage erfolgen (Vorreinigung), aber auch integriert in den Waschablauf sein, dies sowohl bei Portalwaschanlagen wie bei Waschstraßen.

 

Verwendet werden verschiedene, den Hochdruck-Wasserstrahl formende Düsen, die grundsätzlich einen runden oder einen rechteckigen Austrittsquerschnitt haben können. Weiter wird zwischen Punkstrahldüsen und Flächendüsen unterschieden.

 

Entgegen häufig geäußerter Meinung ist nicht der Druck vor der Sprühdüse entscheidend, ob eine Schädigung von Lack- und Kunststoffoberflächen sowie Dichtungen eintreten kann, sondern die an der Auftreffstelle des versprühten Wassers wirkende Strahlenergie in Verbindung mit dem Strahlwinkel.

Unsere Sachverständigen haben Zugang zu mobilen und stationären Strahlenergie-Meßeinrichtungen.

 

Insektenentfernung

Insekten und verschiedene Aussonderungen von Pflanzen haften hartnäckig auch auf modernen Lackoberflächen, teils dringen sie sogar in oberflächennahe Bereiche ein. Die Entfernung solcher Rückstände erfordert Chemikalien, deren Einwirkdauer häufig begrenzt werden muß. Ihre Anwendung bedarf daher besonderer Aufmerksamkeit.

 

Lappenpolster

Zwischen dem Rotorkern, zumeist ein profiliertes Rohr, und der Fahrzeugkarosserie übereinanderliegende Lappen bilden ein Polster. Dieses Lappenpolster kann bei steigendem Andruck verdichtet werden. Das Lappenpolster hat die Aufgabe, den örtlichen oder spezifischen --> Andruck (Andruckkraft pro berührter Fläche) nicht zu groß werden zu lassen.

 

Leiteinrichtung

Damit die in Waschstraßen durch die Schleppeinrichtung bewegten Fahrzeuge stets Abstand von den feststehenden Waschanlagenteilen halten, sind, ausgenommen beim Allrad-Plattentransportband, Leitelemente erforderlich, die die linken Räder des zu waschenden Fahrzeugs führen. Der Breitenausgleich bei Fahrzeugen mit unterschiedlich großen Karosserien erfolgt nach rechts.

Möglich sind bodenfeste, unbewegliche Leitschienen-Seitenwände oder die Seitenführung wird durch die überflur laufenden, in Querrichtung geführten Schleppketten selbst übernommen (fälschlich: „seitenwandlose“ Schleppeinrichtung).

Die AK-Sachverständigen kennen die unterschiedlichen Reibungsverhältnisse bei den unterschiedlichen Konstruktionen, ihre Führungsgüte, aber auch ihre Grenzen der Spurführung in Abhängigkeit von Fahrwerkskonstruktionen und Anlagenzuständen.

Die Leiteinrichtungen unterschiedlicher Bauart werden mit den verschiedenen --> Schleppeinrichtungen und verschiedenen Durchschleppkonfigurationen kombiniert, nicht alle Kombinationen bieten gleiche Führungssicherheit.

 

Lichtschranken

Werden vielfältig zur Erkennung von Fahrzeugkarosserien und Fahrzeugteilen eingesetzt, sind optische Elemente, müssen daher sauber sein, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Sie unterliegen aber auch sonst gewissen Einschränkungen, sehen manchmal mehr, aber auch leider manchmal weniger als notwendig. Auch hier kennen sich unsere Sachverständige umfassend aus.

 

Mitnehmerrolle

In allen Waschstraßen, in denen der Fahrzeugtransport nicht durch Plattenbänder bewerkstelligt wird, greifen Mitnehmerrollen hinter eines der linken Fahrzeugräder und schieben das Fahrzeug daran durch die Anlage.

 

Die Mitnehmerrollen sind entweder an einen mittleren Kettenstrang angehängt und werden durch diesen motorisch bewegt, oder sind leitersprossenartig an die beiden seitlichen Schleppketten angebunden.

 

Querschiebebühne

Einrichtung, bestehend zumeist aus einem Blech, das rollengelagert ist und sich horizontal quer zur Schlepp- und Leiteinrichtung bewegen kann, wenn ein Fahrzeugrad an die das querverschiebliche Blech übergreifenden Trichterrohre anwandelt. Es stehen stets beide Räder einer Fahrzeugachse auf diesem querverschieblichen Blech.

 

 

Radwäscher

Es gibt zwei grundverschiedene konstruktive Ausführungen dieser Elemente:

Tellerbürsten mit kegelförmigen Borstenbesatz (Bild) waagerechte, lange Rotoren (Bosten o. Textilbesatz)

 

Während die Tellerbürsten nur die Räder waschen sollen, sind die waagerechten Rotoren, Schürzenwäscher, für die Reinigung sowohl der Räder wie der unteren seitlichen Fahrzeugpartien (Fahrzeugschürzen) gedacht.

Teller-Radwäscher erhalten erst dann Kontakt mit dem Fahrzeug, wenn dessen Räder jeweils in Opposition zu diesen

Elementen stehen.

Die Schürzenwäscher werden zumeist an Parallelogramm-Schwenkhebeln geführt, versperren den Durchschleppweg leicht, werden vom Fahrzeug entsprechend seiner Breite nach außen gestoßen und liegen dann seitlich an der Karosserie an.

 

Rotore

Wegen des unterschiedlichen Gesamtverhaltens von Bürsten und textilbesetzten Waschelementen ist es zweckmäßig, bei Textil- und PU-Besatzen von Rotoren zu sprechen. Synonym dazu auch von Walzen. Jeder Besatz hat seine Besonderheiten.

Die heute gebräuchlichen Besatzmaterialien weisen Unterschiede bei der Wasseraufnahme, der Schmutzpartikeleinbettung, in der Waschmechanik und in der Art des Lackabtrags auf.

 

Schäden

Unter bestimmten Bedingungen, die nicht selten von Menschen gesetzt werden, können in Waschanlagen sowohl an den gewaschenen Fahrzeugen wie auch an der jeweiligen Waschanlage Schäden auftreten.

Zur Ursachenermittlung gehören Kenntnisse der Anlagentechnik (Maschinenbau), der Fahrzeugtechnik, der Regelungstechnik, von Sensorik und Aktorik, der Hydraulik (Wasser, Öl), der Wasch- und Trocknungschemie, der Pumpentechnik, der Wasseraufbereitung sowie von Elektrik und Elektronik. Das Tätigkeitsfeld eines Waschanlagen-Sachverständigen ist daher groß und komplex. Er muß dabei auch erkennen, wann er einen spezialisierten Sachverständigen beiziehen muß, um ein überzeugendes Gutachten erstellen zu können.

 

Bei Schäden an den Waschanlagen muß er in der Lage sein, den Zeitwert, ggf. den Marktwert unter Berücksichtigung des Neuwerts vergleichbarer Anlagen, von Alter und Zustand der betroffenen Waschanlage zu ermitteln, er muß Reparaturkosten abzuschätzen in der Lage sein und nicht selten hat er zu entscheiden, ob die festgestellten Anlagenschäden mit den Schäden am Fahrzeug und dem angegebenen Schadensablauf korrelieren, die angegebenen Reparaturkosten angemessen, der Reparaturweg korrekt ist.

 

Schleppeinrichtung

Elemente von Waschstraßen, dort überwiegend auf der linken Seite angeordnet. Sie bewegen das Fahrzeug, indem sie eine Schubkraft entweder auf das linke Vorder- oder das linke Hinterrad ausüben.

 

Marktüblich sind derzeit Einstrang-, Zweistrang- und Dreistrang-Schleppeinrichtungen. Alle haben ihre Besonderheiten, die unseren Sachverständigen aus Schulungen und eigenen Versuchen des Arbeitskreises bekannt sind.

 

Zumeist werden als Schubelemente heute Mitnehmerrollen verwendet, die durch Schleppketten bewegt werden und hinter das entsprechende Fahrzeugrad greifen. Alle Fahrzeugräder sollen dabei auf dem Fahrboden rollen.

Seltener werden Plattenbänder verwendet, auf denen die linken Räder stehen, nicht rollen. Hallenbodenkontakt haben nur die rechten Räder.

 

Noch seltener sind breite Plattenbänder, auf denen alle vier Fahrzeugräder stehen. Kein Rad hat mehr Hallenbodenkontakt. Es sind auch zwei Plattenbänder möglich, je eins links und rechts, womit wiederum kein Fahrzeugrad mehr auf dem Hallenboden rollt.

 

In der Praxis funktionieren zumeist alle Schleppeinrichtungen, doch alle haben auch ihre Grenzen, woraus Unregelmäßigkeiten beim Waschvorgang rühren können. Völlig schadenssicher ist kleine Transporteinrichtung. Unsere Sachverständigen kennen das jeweilige Für und Wider.

 

Schleppgeschwindigkeit

Die Schleppgeschwindigkeit in Waschstraßen oder die derselben entsprechende Portal-Translationsgeschwindigkeit in Portalwaschanlagen ist so gewählt, dass die Fahrzeuge einerseits überall sauber werden, andererseits Elemente, die im Fahrzeugkontakt oder kurz davor aus dem Weg bewegt werden müssen, zeitlich dazu in der Lage sind.

 

Unsere Sachverständige wissen das und können mit ihrer Erfahrung die notwendigen Versuche und Untersuchungen von Fall zu Fall durchführen.

 

Sprühbögen

Diese Einrichtungen übergreifen bogenartig die Durchschleppspur in Waschstraßen und haben vielfältige Funktionen, stets aber, Flüssigkeiten auf das gerade passierende Fahrzeug zu sprühen.

 

Tore

Gebräuchlich sind Flügel- und Rolltore. Letztere haben einen Panzer, der in die Höhe gezogen, gewickelt, werden kann. Es gibt sie als Lamellen- und Sektionaltore.

 

Flügeltore werden häufig als Stahlprofil-Rahmenkonstruktion in Winkelgestalt (Profil als Scharnierträger und oben horizontal) ausgeführt, so dass eine durchsichtige PE-Folie durch diesen Winkel aufgespannt werden kann.

 

Bei Flügeltoren wird zumeist auf eine Personensicherung verzichtet, da die Schließkantenkraft
150 N nicht übersteigt, die PE-Folien verformen sich bereits bei geringerer Normalkraft und lassen Platz für Personen ohne zu quetschen.

Werden Rolltore automatisch gesteuert, so muß als Personensicherung eine Einrichtung an der Hauptschließkante vorhanden sein, die selbst dann Verletzungen verhindert, wenn das Tor auf Körperteile aufsetzt.

 

Es gibt eine Reihe weiterer Sicherheitsvorschriften für diesen Tortyp, die den AK-Mitgliedern bekannt sind.

 

Rolltore werden häufig angefahren, wonach ermittelt werden muß, ob ein Versagen der Sicherheitseinrichtungen vorliegt oder ein Fahrfehler.

 

Trocknung, Trockendüsen

Die überwiegend zur Trocknung der Fahrzeuge genutzten Einrichtungen haben längliche Düsenmäuler, die entweder quer, dann höhenbeweglich, angeordnet sind oder seitlich vertikal, zumeist fest oder schwenkbar, seltener querbeweglich, das Fahrzeug abtastend.

 

Weniger werden ausschließlich feste Düsen, auch für die Trocknung der horizontalen Fahrzeugflächen, verwendet. Diese haben dann zumeist runde Austrittsquerschnitte.

 

Die Strömungsgeschwindigkeiten, mit denen die Luftpartikel auf die Karosserie treffen, ist groß, denn es findet keine physikalische Trocknung statt, sondern ein Abblasen von Tropfen.

 

Hohe Strömungsgeschwindigkeiten können dynamische Kräfte auf Fahrzeugteilen ausüben und daher unter bestimmten Bedingungen zu Schäden in Waschanlagen führen.

 

Der Arbeitskreis führt hierzu laufend Versuche und einen Erfahrungsaustausch durch, daher wissen unsere Sachverständigen auch hier, wohin geschaut werden muß, was zu untersuchen ist.

 

Waschmechanik

Waschmechanik ist der Sammelbegriff für alle kraftmäßigen, also mechanischen Einwirkungen auf anhaftenden Schmutz (gewollt) und auf unverschmutzte Karosseriepartien (ungewollt aber unvermeidbar). Nicht beinhaltet ist die Wirkung von Hochdruckstrahlen.

 

Wasseraufbereitung

Während früher die Wasserrückführung eher eine wirtschaftliche Frage und daher bei Waschstraßen mit ihrem Wassermengengroßeinsatz üblich war, stehen heute gemeindliche Vorschriften, die dem Umweltschutz dienen, dem ausschließlichen Frischwassereinsatz auch in kleineren Anlagen entgegen. Wasserrückführungen und damit die Reinigung und Aufbereitung des Rückwassers, sind heute größtenteils auch bei den gering wasserverbrauchenden Portalwaschanlagen vorgeschrieben.

Unsere Sachverständigen sind auch auf diesem Gebiet geschult und kennen die gültigen gesetzlichen Vorschriften und was sonst bei Wasserrecycling beachtet werden muß.

 

 

Werte, Wertbegriffe.

Details hierzu s. Schadensfälle in Waschanlagen, ‑> Bewertung.

 

 

Wertermittlung

Wichtig ist, dass die Werte so wie sie verstanden werden sollen, im Gutachten definiert werden. Dabei unterscheidet sich die Vorgehensweise im Maschinen- und Anlagenbau zum Teil erheblich von derjenigen des Kfz-Sektors.

Um zu wirklichkeitsnahe Werten zu kommen ist es wichtig, dass die Modellvorstellung, nach der die jeweiligen Werte bestimmt werden (Zustand, Abnutzungsgeschwindigkeit, technische Lebensdauer) mit der Wirklichkeit ausreichend gut übereinstimmen.

Alle Sachverständigen des AKSVWash haben während ihrer Spezialausbildung an einer Unterweisung auf diesem Gebiet und an Übungen teilgenommen, sich weitergebildet und sind daher in der Lage, entsprechende Fragen zu beantworten.

 

Verschleiß

Alle technischen Einrichtungen erleiden während ihrer Nutzungsdauer einen Verschleiß, der ggf. die Arbeitsgüte beeinträchtigt und durch die Abnahme des Arbeitsvermögens zu einem Wertverlust führt.

 

Dabei werden nicht typische Verschleißteile, also Teile mit geringerer Einsatzdauer, betrachtet, sondern langlebige Kiomponenten und Teile von Anlagen, die gleichwohl nicht „ewig“ genutzt werden können. Aus dieser Erkenntnis leitet sich der Begriff „technische Lebensdauer“ bei Maschinen und Anlagen ab.

 

Auch in Waschanlagen gleich welches Typs gibt es an Nicht-Verschleißteilen Abnutzungen. Ob dieser Einfluß auf die Betriebseigenschaften oder gar auf die Betriebssicherheit hat oder hatte, wissen unsere Sachverständigen.

 

Vorreinigung

Selbst an modernen Fahrzeugkarosserien gibt es Bereiche, die sich mit der heutigen Bürsten- und Rotortechnik nicht sicher vollständig reinigen lassen. Gelegentlich ist es auch ökonomischer, ein Fahrzeug vorzureinigen, statt die Anlage so langsam laufen zu lassen, dass die vollständige Reinigung ohne vorausgehende Behandlung gelingt.

 

Wichtiges Kriterium, ob eine Vorreinigung erforderlich ist oder nicht ist die Größe der Waschmechanik. Die ist je nach Anlagentyp und vor allem Besatz unterschiedlich.

 

Empfehlenswert ist stets die von der Vorreinigung zu unterscheidende Voreinsprühung der zu waschenden Fahrzeuge mit Wasser oder solchem mit beigefügten Chemikalien.

 

Zierleisten

Zierleisten bestehen aus vielerlei Materialien, aus Metall, aber auch aus Kunststoffen, haben ggf. besonders beschichtete Oberflächen. Je nach Fahrzeug, Pkw, Nutzfahrzeug, Wohnwagen, sind sie unterschiedlich aufgebaut und unterschiedlich befestigt.

 

Sie können Chemikalien-empfindlicher als Lackoberflächen sein. Daher legen unsere Sachverständigen besonders dann, wenn Verfärbungen reklamiert werden, besonderes Augenmerk auch auf die verwendete Chemie. Ein intensiver Erfahrungsaustausch hält dabei alle AK-Mitglieder auf dem neusten Stand.